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Lemberg und Galiziendeutsche

Maria Theresia hat gleich nach der ersten Teilung Polens – etwa um 1774 – in Lemberg die ersten Handwerker aus dem (alten) Deutschen Reich ansiedeln lassen. Nach dem Tode der Kaiserin im Jahre 1780 begann unter Kaiser Joseph II. die eigentliche, nach ihm benannte Kolonisation des Landes.

Mit dem Ansiedlungspatent von 1781 wurden die Bedingungen für die Ansiedlung von Bauern und Handwerkern aus dem Deutschen Reich festgelegt. Das betraf vor allem die Zuteilung des Bodens und die Gewährung einer mehrjährigen Steuerfreiheit.

Das Toleranzpatent Josephs II. von 1781 ermöglichte erstmals die Ansiedlung von Andersgläubigen im katholischen Österreich. Daraus erklärt sich der hohe Anteil der evangelischen Christen unter den Ansiedlern in Galizien. Somit sind auch viele von protestantischen Flüchtlingen abstammende Menschen nach Etablierung des Edikt von Fontainebleau aus dem Pfälzischen und Badischen Raum nach Galizien gezogen.

Im Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag von 1939 war die Umsiedlung der Deutschen aus den von der Sowjetunion beanspruchten Gebieten geregelt. Die Galiziendeutschen wurden 1940 zu einem kleinen Teil in das Deutsche Reich umgesiedelt und zu einem großen Teil in das Gebiet um Łódź in Besitz umgesiedelt, aus dem die polnischen Vorbesitzer zuvor vertrieben worden waren. Niemand wurde zum Umsiedeln gezwungen. Mit der Flucht 1945 wurden die Umsiedler dann über ganz Deutschland verstreut.