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Religion

Religion gilt als eine der wichtigsten Stützen nationaler Identität. Was aber ist, wenn mehrere Religionen um die Definition der nationalen Identität konkurrieren? Ein solcher Fall liegt in der Ukraine vor. Die ersten historischen Nachweise über das Christentum in Kiewer Rus gehören zum 9. Jahrhundert, als der Großfürst Wolodymyr I. (der Heilige) 988 die Rus zum orthodoxen Glauben bekehrt hat. In Kiew hat man damals die heidnischen Tempel zerstört und slawische Götzenbilder in den Dnjepr geworfen. Ab diesem Zeitpunkt beginnt die neue junge Kirche sich schnell zu entwickeln. Seit jeher ist die Ukraine traditionell ein konfessionell gemischtes Land. Laut mehreren Umfragen sind die meisten Ukrainer Anhänger der ukrainisch-orthodoxen Kirche, die einem Patriarchen in Kiew untersteht. Unter den Ukrainern gibt es auch solche, die der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats angehören.

Zwischen beiden Konfessionen tobt ein erbitterter Streit um Legitimität und um Besitzansprüche an Immobilien. Dem orthodoxen Ritus folgt auch die 1596 entstandene Ukrainisch-Griechisch-Katholische Kirche, die allerdings das Supremat des Papstes anerkennt und mit Rom uniert ist. Ihr gehören ca. 5,5 Mio. Gläubige an. Die Mehrheit der griechisch-katholischen Kirchengemeinden (97%) konzentriert sich hauptsächlich in Galizien und Transkarpatien, obwohl sich ihr Zentrum nach den Regeln der Vatikanstadt in Kiew befindet. Das Ziel dieser Kirche ist, das eigene ukrainische Patriarchat zu verkünden und die ukrainischen griechisch-katholischen Gemeinden sowohl im Zentrum als auch im Osten der Ukraine zu schaffen.враполд

Daneben gibt es in der Ukraine ca. 2 Mio. Muslime (4 %, davon 1,7 % Tataren), 1,1 Mio. römisch-katholische Christen (vor allem Polen und Deutsche) sowie eine kleine Gruppe evangelischen Christen (2,7 %), und circa 103.000 Juden. 5,3 % sind Atheisten oder gehören anderen Religionen an. Es gibt hier auch 77 Gemeinden mit den Anhängern des Heidentums.                                                             

 Was die Geographie der Religionsverbreitung anbetrifft, so kann man feststellen, dass die Ostukrainer weniger religiös sind als die Zentral- oder Westukrainer: 34,5 % der gesamten religiösen Gemeinden konzentrieren sich im Westen des Landes, 23% im Zentrum, 17,3% im Süden und nur 9,3% im Osten der Ukraine.

Heutzutage wächst die Zahl der Klöster und religiösen Bildungsanstalten. Es gibt 4500 Sonntagsschulen und Anstalten für Katechese; man gibt mehr als 60 religiöse Periodika heraus.